DER GRÖSSERE KARST
Der weitere Mährische Karst: Höhlen und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
Jenseits von Punkva und dem Abgrund liegt eine der großen Kalksteinlandschaften Europas – über tausend Höhlen, Schluchten und ein Tal, in dem der Fluss verschwindet.
Check dates and availability ↗Eine Landschaft, nicht nur eine Höhle
Man kommt leicht mit dem Ziel an, die Macocha-Schlucht und die Punkva-Bootsfahrt zu sehen, und vergisst dabei, dass sie Teil eines viel größeren Ganzen sind. Der Mährische Karst ist ein geschütztes Landschaftsgebiet nördlich von Brünn – ein Gürtel aus devonischem Kalkstein, durchzogen von weit über tausend dokumentierten Höhlen, von denen nur ein kleiner Teil für Besucher erschlossen ist. Zwischen den Schauhöhlen liegen bewaldete Höhenzüge, Trockentäler, Dolinen und Bäche, die im Gestein verschwinden – alles Teil desselben Karstsystems. Wer mehr als einen Nachmittag Zeit hat, wird belohnt, wenn er die Region als Ganzes erkundet statt nur eine Station anzusteuern. Die Schlucht und Punkva sind ihre berühmtesten Attraktionen, gerade weil sie am zugänglichsten sind – aber sie sind längst nicht die ganze Geschichte.
Weitere Schauhöhlen, die sich lohnen
Punkva ist nicht die einzige Höhle, die hier öffentlich zugänglich ist. Die Kateřinská-Höhle (Katharinenhöhle) nahe dem Tal von Skalní Mlýn ist bekannt für ihre große Eingangshalle und schlanke, nadelförmige Gebilde. Die Balcarka-Höhle, weiter nördlich beim Dorf Ostrov u Macochy, besticht durch reich gefärbten Tropfstein. Die Sloup-Šošůvka-Höhlen am nördlichen Ende des Karsts bilden ein ausgedehntes System aus Gängen und Schluchten. Jede hat ihren eigenen Charakter und ihre eigenen Öffnungszeiten, und sie werden getrennt von Punkva verwaltet, sodass Verfügbarkeit und Fahrpläne variieren. Für Besucher, die bei ihrem ersten Trip von der Unterwelt fasziniert sind, bieten sie eine Möglichkeit, mehr von der Vielfalt des Karsts zu sehen – von prunkvollen Hallen bis zu fein verzierten Kammern – jenseits der Hauptattraktion.
| Cave | Roughly where | Known for |
|---|---|---|
| Punkva-Höhlen | Tal von Skalní Mlýn | Unterirdische Bootsfahrt; Ausgangspunkt der Macocha-Schlucht |
| Kateřinská-Höhle | Nahe Skalní Mlýn | Große Eingangshalle; schlanke „Stab“-Stalagmiten |
| Balcarka-Höhle | Ostrov u Macochy | Farbenprächtiger Tropfsteinschmuck |
| Sloup-Šošůvka-Höhlen | Nördlicher Karst | Weitläufige Gänge und dramatische Schluchten |
Die Punkva und ihre Täler
Die Punkva verbindet die gesamte Landschaft. Sie fließt an der Oberfläche, versickert im Kalkstein, schlängelt sich unterirdisch durch die Höhlen und den Grund des Abgrunds und tritt flussabwärts wieder an die Oberfläche – das klassische Verhalten eines Karstflusses, der einen Teil seines Laufs im Dunkeln verbringt. Die Täler, die sie und ihre Nachbarn eingeschnitten haben, manchmal trocken, wo das Wasser unterirdisch verschwunden ist, gehören zu den landschaftlich schönsten Wandergebieten der Region. Das Skalní-Mlýn-Tal, das als Hauptzugang dient, ist nur eines von mehreren; andere winden sich zwischen Kalksteinfelsen und Wald dahin, still und grün. Der Logik des Flusses zu folgen – wo er erscheint, wo er verschwindet – ist einer der lohnendsten Wege, das zu verstehen, was man über der Erde sieht.
Über der Erde: Wald, Wege und Ruinen
Der Karst lässt sich nicht nur besichtigen, sondern auch erwandern. Ein Netz markierter Wege verbindet die Schauhöhlen, die Abgrundaussichtspunkte und die Täler und führt durch Buchen- und Mischwälder, die für sich genommen wirklich reizvoll sind. Auch Radfahrer nutzen die Gegend, und die Waldpfade verbinden die verstreuten Dörfer, die den Karst umsäumen. Hier und da trägt die Landschaft Spuren der Vergangenheit – alte Befestigungsanlagen und das allgemeine Gefühl einer seit langem bewohnten Grenzregion –, die manche Ganztagestouren in ein größeres Programm einbinden. Nichts davon konkurriert mit dem Abgrund an Dramatik, aber genau das macht aus einem Höhlenbesuch einen Tag in einer Landschaft: die Möglichkeit, zwischen den unterirdischen Highlights durch die gewöhnliche, reizvolle Landschaft zu wandern, die über ihnen liegt.
Wie viel man sich in einem Ausflug zumuten sollte
Die praktische Frage ist, wie viel vom weiteren Karst man in Angriff nehmen möchte. Die Punkva-Höhlen und der Macocha-Abgrund allein ergeben einen entspannten Halbtagesausflug von Brünn; eine zweite Höhle, eine Taltour oder eine Aussichtsrunde füllen einen ganzen Tag, aber die separat verwalteten Höhlen haben jeweils eigene Tickets und Öffnungszeiten, sodass ein vollgepacktes Programm Planung statt Improvisation erfordert. Einige ganztägige geführte Touren ab Brünn sind genau darauf ausgelegt, mehrere Highlights zu verbinden, was Ihnen die Logistik erspart. Wenn Sie auf eigene Faust unterwegs sind, lohnt es sich, realistisch zu sein: Den Karst richtig zu erleben ist eher wie eine kleine Region zu bereisen als ein einzelnes Ziel zu besuchen, und alles in wenige Stunden zu zwängen bedeutet meist, alles nur hastig zu sehen.